Wenn Erwachsene „chillen“, ist das nur peinlich

Von Leopold Lingenberg, 15 Jahre

Es war einmal ein Jugendlicher namens Leopold L. Der sah neulich in einem Kiosk am Barmbeker Bahnhof auf der Titelseite der „Bravo“ die Schlagzeile „Der Jury-Hottie packt aus“. Da wusste er wieder, was ihn an Erwachsenen so nervt: wenn sie versuchten, bei Jugendlichen mit deren vermeintlicher Sprache anzukommen. Schlimm genug war es ja, wenn sie mit ihrem Äußeren auf jung machten, mit „Teenagerinnen“ Klamotten bei den Frauen oder „Undercut“-Frisur bei den Männern.

Doch am allerschlimmsten war die Anbiederung per Sprache. Dann reagierten Jugendliche wie er entweder mit grenzenloser Langeweile, einem Lachkrampf oder mit unendlicher Genervtheit. Zu solchen „Jugendwörtern“ gehören Kids, trendig oder chillen – wobei das letztere ja sogar wirklich benutzt wird, aber aus dem Mund von Erwachsenen nur peinlich klingt.

Aber auch die Klamotten-Branche versucht sich mit solchen Tricks an die jugendliche Zielgruppe ranzuschmeißen. „Klamotten für Kids – Trendige Mode für Coole Kinder“ kann man da lesen. Und dann werden auf den Werbeplakaten immer solche möchtegerncoolen „Kids“ mit megahässlichen, aber anscheinend „coolen“, Sonnenbrillen gezeigt.

Leopold L. litt von Tag zu Tag mehr darunter. Und so beschloss er dem ganzen ein Ende zu setzen. Er schrieb diesen Artikel und hoffte das Marketingexperte und andere ältere Menschen, die ernsthaft glauben, mit ihrem Sprachverfall zu punkten, endlich anfangen, wie Erwachsene zu sprechen.

Von Leopold Lingenberg, 14 Jahre