„Ich bin eigentlich Mädchen für alles!“

Eine Reportage von: Aran, Lenny, Marlon, Jullian, Ioanna und Sibel

Wir stehen in einem weißen Raum mit vielen bunten, selbstgemalten Bildern an der Wand und einer hellbraunen Bank in der Ecke, es ist warm, fast schon stickig, als uns ein Mann in einem grauen Pullover entgegenkommt und uns in sein Büro bittet. Auf seinem Pullover steht „Adolph-Schönfelder-Schule“, der Mann ist Herr Peters, der Hausmeister dieser Schule.

Er führt uns in einen kleinen weißen Raum mit vielen Regalen an den Wänden. Ein grelles Licht strahlt uns entgegen, aber es ist warm und gemütlich. Durch ein kleines Fenster kann man in die Pausenhalle schauen, in der ein großer geschmückter Weihnachtsbaum steht. Herr Peters nimmt an seinem Schreibtisch Platz, der fast den halben Raum ausfüllt. In seinem Büro kann man ihn eigentlich immer vorfinden, erzählt er uns. Ansonsten hat aber auch das Sekretariat seine Handynummer, über die er immer zu erreichen ist, falls er gerade in der Schule unterwegs ist und etwas repariert.

Herr Peters kommt aus Hamburg, ist etwa 50 Jahre alt und schon seit vielen Jahren Hausmeister an der Adolph-Schönfelder-Schule in Barmbek. Seit dem 01.04.1999, also seit fast 16 Jahren, arbeitet er mit seiner Frau auf dem Schulgelände. Etwa 3.200m² Fläche hat er insgesamt zu kontrollieren. Und das, obwohl er damals gar nicht Hausmeister werden wollte. „Nein, das wollte ich nicht. Ich habe meinen Traumberuf gelernt, das ist der Gas- und Wasserinstallateur.“ Und damit hat er auch heute als Hausmeister noch zu tun, erzählt er uns. Zu seinen Aufgaben als Hausmeister gehört nämlich eine ganze Menge: „Ich fange morgens an, die Schule aufzuschließen, mache einen Rundgang, ob alles in Ordnung ist, sammle vielleicht ein bisschen Müll auf dem Schulhof, gucke ob die Anlagen, also Wasser, Strom, Heizung, alle funktionieren und dass alle Fenster heil sind, ich bin eigentlich Mädchen für alles.“ Auch das Pausenklingeln kann Herr Peters an einer großen grauen Anlage in seinem Büro steuern, oder über ein Mikrofon Ansagen machen, wenn mal Regenpause ist.

Herr Peters ist gerne Hausmeister und am meisten Spaß macht ihm, dass er selbstständig arbeiten kann und dass er viel mit Kindern zu tun hat. Neben dem Hausmeistersein mag Herr Peters auch Rennwagen, denn er ist Formel-Eins-Fan. Deshalb hängt an seiner Wand im Büro auch ein großer schwarz-roter Kalender mit Rennwagen und auch auf der Fensterbank liegen ein paar rote und schwarze kleine Wagen. Direkt daneben steht etwas ganz glänzendes. Es ist ein Pokal, den die Schule mal gewonnen hat. „Der ist vom Leichtathletik-Teamwettbewerb 2010 der vierten Klassen. Den habt ihr, die Schüler, eigentlich alle gewonnen.“ Dann deutet er auf einen kleinen Gegenstand auf der Fensterbank. Er erzählt uns von einem weiteren Hobby, dem Boot-Fahren, und stellt den Gegenstand auf den Schreibtisch. Es ist ein kleiner Kompass, den wir uns erstmal etwas genauer angucken.

Zum Schluss wollen wir vor allem noch eines wissen: Gibt es eine lustige Geschichte, die Herr Peters als Hausmeister erlebt hat? Ja, die gibt es! Herr Peters hat nämlich mal eine Lehrerin eingeschlossen! „Ich habe Frau Schneider mal abends in der Schule eingeschlossen. Sie war ganz oben in dem Klassenraum von Frau Reisener, das war früher die Kunstwerkstatt. Da sie kein Handy dabei hatte, hat sie das Fenster aufgerissen und um Hilfe gerufen.“ Aber das ist nicht alles. Es gab sogar schon einmal einen Polizeieinsatz an der Adolph-Schönfelder-Schule, weil die Alarmanlage anging! Und das alles nur, weil eine Lehrerein den Alarm aus Versehen ausgelöst hat und dann einfach weggegangen ist, ohne irgendwem Bescheid zu geben.

Reportage Peters_Auto Reportage Peters